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Posts Tagged ‘gesundheit’

Meine Kollegin hat sich nach anderthalb Wochen schwerer Grippe wieder auf Arbeit eingefunden mit 70% Leistungsfähigkeit nach eigener Angabe. Und sie machte einen besseren Eindruck als ich vorher befürchtete.

Ich kenne das Gefühl ja, daß einem immer klar ist, daß die Terminlage einem immer im Nacken sitzt. Ist man krank, fallen Termine aus, auf die Patienten oft wochenlang gewartet haben – und diese müssen ja nachgeholt werden, was die Situation für neu eingereichte Rezepte wiederum erschwert. Das Problem potenziert sich somit. Die Folge ist, daß man sich möglicherweise gesundheitlich selbst ruiniert, weil man sich so wenig wie möglich Zeit zur Genesung lässt und schnellstens wieder Gewehr bei Fuß auf der Matte steht. Man schrubbt dann schnell wieder Überstunden, um die entgangenen Einnahmen zu kompensieren. Damit verpulvert man wieder überdurchschnittlich viel Energie und läuft sich aus.  Der Teufelskreis nimmt seinen Lauf..

Leider ist es so, daß diese Geschichten vermutlich jede Menge Selbständige in allen Berufsständen in solcher oder ähnlicher Form nachvollziehen können. Es ist sehr schwer, sich diesbezüglich selbst zu disziplinieren und zu organisieren, daß man sich eben nicht so schnell auslaugt und sein Immunsystem auf einem leistungsfähigen Niveau hält. Unvorhergesehene Dinge passieren natürlich auch, aber grundsätzlich muss jeder für einen guten Grundstein sorgen. Es ist einfach nicht immer einfach, „nein“ zu sagen, aber da wir auch nur 2 Hände haben und durch Selbstüberlastung die Qualität unserer Arbeit auf Dauer mindern. Einen guten Ruf zu erarbeiten, ist meiner Meinung nicht so schwer. Kunden/Klienten/Patienten sind relativ schnell zu begeistern – mehr oder weniger. Auf Dauer einen guten Ruf zu erhalten, ist viel schwerer; also habe ich mich gefälligst nicht auf ein paar Lobreden auszuruhen, sondern im Gegenteil meine Ar***backen zusammen zu kneifen und weiter die Augen offen zu halten und Routine zu vermeiden. Und das heißt eben auch, seinen allgemeinen Gesundheitszustand im Lot zu halten.

Mir ist auch bewusst geworden, daß die mir selbst auferlegte Praxisstundenbegrenzung im letzten Jahr ein guter Berater war. Ich habe der Familie versprochen, immer wenigstens zum Abendbrot zuhause zu sein und früh nicht vor den Kindern das Haus zu verlassen, was meine reine Arbeitszeit auf maximal 10 bzw. 11 Stunden (je nach Praxis) täglich von Mo bis Do begrenzte. Der Freitag war auf maximal 4 Praxisstunden  oder einen „Bürotag“ beschränkt. Vorher gab es eben auch 14-Stunden-Tage. Es ist auch putzig, wenn Patienten bei Terminanfragen so Bitten wie: „Aber für mich haben Sie doch noch einen?!“ vorbringen. Es gibt nun immer eine Warteliste, die möglichst nach Akutsituation geordnet ist und bei Absage abtelefoniert wird. Wenn jemand eine praktikablere Idee zur Terminplanung hat, habe ich für Hinweise gern ein offenes Ohr.

Eigentlich wollte ich ein paar nette lustige Episoden vom Stapel lassen, aber nun ist meine Energie alle und der erholsame Schlaf will sich meiner bemächtigen – und ich werde dem nachgeben. Hoffentlich kann ich die lange vernachlässigte Blog-Pflege mal wieder aufholen. In diesem Sinne: Gute Nacht!

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Wie man an den Fortbildungen schon unschwer erkennen kann, bin ich Physiotherapeutin. Seit 01.08.2008 bin ich eine Freie Physiotherapeutin. Es ist mein zweiter Beruf und die für mich beste Wahl. So kann ich meinem Helfersyndrom nachgehen, Sport machen und anleiten sowie viel über den Menschen in Physis und Psyche lernen. Auch wenns einen manchmal zur Verzweiflung bringen kann, was das Gesundheitssystem hergibt und zunehmend mehr Einschränkungen und Einschnitte in die Therapie gemacht werden. Von der Bezahlung nicht zu reden. Ohne einen ausgeprägten Idealismus würde man manchmal gern alles hinschmeißen und sich nicht tagtäglich die Gesundheit und den Körper weiter ruinieren. Die Patienten und die mehr oder weniger guten Ergebnisse motivieren noch am meisten.

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