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Archive for Mai 2011

Nun hats auch Dich erwischt, das halbe Jahrhundert – maaaan, das klingt.. Ganz schön.. Nicht, daß man es Dir anmerken würde.. Naja, vielleicht manchmal ein bißchen – aber nur inoffiziell. 😀 Das ist kein Grund, sich die mehr oder weniger vorhandene Haartolle zu raufen – nein, Du weißt doch, Männer werden nicht alt – Man(n) wird interessant. Ich wünsche Dir von Herzen einfach alles, alles Gute. Mögest Du weiter so einen Schaffensdrang an den Tag legen, zum ausruhen hast Du noch auf Arbeit (vielleicht) Zeit.. 😉 Oder nach der nächsten Hürde, wenn Du die 100 überschreitest. Ich finde gar nicht die Worte, die Du heut von mir hören solltest, obwohl ich seit Wochen über eine spektakuläre Gratulationsaktion nachdenke. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr weiß ich, daß ich große Worte nicht weniger ernst meine, als wenn ich Dir einfach von Herzen Gesundheit und Freude für Deinen weiteren Lebensweg wünsche. Bei der nächsten Gelegenheit, die sich bietet, werde ich Dich nochmal heftig knuddeln – wenn Du mich läßt. Für Dich!

„Was bedeutet schon Geld? Ein Mensch ist erfolgreich, wenn er zwischen Aufstehen und Schlafengehen das tut, was ihm gefällt.“       Bob Dylan (*1941), eigtl. Robert Allen Zimmermann, amerik. Sänger u. Komponist, Begründer d. Folk- Rock

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Gerade bekam ich einen Anruf, den ich im tiefsten Inneren schon befürchtet habe.. In den letzten Tagen hatte ich mindestens 3 Mal täglich den Telefonhörer in der Hand, um mich nach einem meiner letzten Hausbesuchspatienten zu erkundigen, der ins Krankenhaus mußte, ursprünglich aus recht banalen Gründen, die keine Rechtfertigung für die heutige Nachricht gegeben hätten. Ich hab es einfach nicht geschafft, die Nummer einzugeben, weil ich Angst vor dem hatte, was ich da erfahren könnte. Aber die Gattin dieses Patienten bat ihren Schwiegersohn, mich sofort zu informieren, was ich für eine tolle Geste halte – wäre ich selbst doch nicht in der Lage, in dieser Situation ausgerechnet an die Physiotherapeutin zu denken. Wie man sich denken kann, ist besagter Herr heut morgen entschlafen und ich bin sehr traurig darüber. Manche Patienten wachsen einem doch sehr ans Herz, wenn man sie über längere Zeit betreuen darf – so hoffnungslos ihr Zustand auch ist. Ich glaube, man lernt sich über die Zeit doch ein wenig kennen, man erlebt gute und schlechte Tage miteinander. Man kann auch einfach mal sagen: „Orrr, ich bin heut so gar nicht gut drauf – sehen Sie mir meine heutige Verschwiegenheit bitte nach..“ Es ist für mich einfach sehr schön, wenn ich Patienten habe, mit denen ich mal oberflächlichen Smalltalk halten kann an Tagen, an denen mir so viel anderer Kram durch den Kopf geht und man sich wirklich intensiv auf die Leute konzentrieren muß. An anderen Tagen, wenn man frei ist, gehört zur Therapie auch ne ordentliche politische Diskussion über die Mißstände dazu – was mir in letzter Zeit mit diesem Mann wirklich gefehlt hat. Menschen, die das Leben kennen, viel gearbeitet haben, anderen das arbeiten beigebracht haben undundund.. Ich finde gerade keine großen Worte für das, was ich eigentlich alles sagen möchte.. Auf jeden Fall sehe ich das als einen persönlichen Verlust – und mögen mir Kollegen hundertmal sagen, daß sowas an mir vorbeigehen sollte, aber ich habe nunmal tolle Patienten, zu denen ich eine gewisse persönliche Beziehung habe, auch ohne daß sie zu meinem direkten Privatleben gehören. Meine Tränen sind mit den Angehörigen.

Ich danke für die Herzlichkeit, die ich erfahren habe, für die tollen Gespräche und für die Zeit, die ich mit ihnen teilen durfte.

Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen. Albert Schweitzer (1875-1965)

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