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Archive for November 2010

Ja, ich bin heut in die Praxis gekommen, und meine Kollegin nahm mich beiseite.. „Ich muß Dir heut was sagen, aber nimms Dir nicht so zu Herzen. Herr K. war gestern hier und hat sich über Dich beschwert, bei der Behandlung Montag hast Du ihm ein paar blaue Flecke (2 oder 3 kleine) beschert – und das war ja schon nach der ersten Behandlung so. Er ist sogar extra 2mal gekommen, damit er mir die Flecken auch zeigen konnte. Ich hab mich in Deinem Namen mal entschuldigt. Hoffe, ich hab Dir den Tag damit jetzt nicht versaut.“ „Öhm.. Nein – warum solltest Du? Wegen ein paar blauer Flecken? Daß blaue Flecken gelegentlich auftreten können, hab ich ihm nach dem ersten Mal erklärt.“ Also ehrlich, ich bin ganz sicher nicht drauf aus, daß das passiert – und ich kann mir mit ruhigem Gewissen sagen, daß ich die Leute, bei denen das mal passiert ist, an meinen Fingern abzählen kann. Berufskollegen können mir das bestätigen – wobei ich auch Leute hatte, die schon nen komplett blauen Rücken woanders bekommen haben – wäre mir das passiert bei dem Herrn, hätte er mich wohl auf fahrlässige Tötung verklagt.. Fakt ist, daß ich niemandem eine Garantie geben kann, daß es nicht mal zu Einblutungen kommen kann – die einzige Möglichkeit, das zu verhindern, ist, nicht zu mir zu kommen. Was jetzt bedeutet, daß ich diesen Patienten wohl eh nicht mehr behandeln werde, weil wir beide nun voreingenommen zueinander stehen – er, da er mich belauert und verlangt, daß ich ihm „nichts“ tue (was ich nicht kann – zum knuddeln und streicheln bin ich nicht die richtige Anlaufadresse) – und ich kann nicht, weil ich weiß, daß ich belauert werde. Auch wenn ich nach bestem Wissen und Gewissen handle, ist es nicht möglich, NICHT nach meiner Behandlungsart zu agieren, was wieder heißt, daß ich möglicherweise wieder solche „Probleme“ hervorrufe und dem nun einfach aus dem Weg gehe. Zumal ja die eigentliche Problematik schon nach 2 oder 3 Behandlungen beseitigt war und ich daraufhin noch vorhandene begleitende Befunde aufarbeitete und Selbstübungen mitgab, um einen Rezidiv so lange wie möglich hinauszuzögern – der definitiv kommen wird, weil es ja viel einfacher ist, sich passiv richten zu lassen, aktiv werden mögen kostet ja mehr Kraft gegen den inneren Schweinehund. Man hat bei solchen Sachen das Gefühl, daß jemand einfach was sucht, an dem er seine Unzufriedenheit ablassen kann. Wenn einem selbst was passiert, muß man auf sich selbst böse sein oder kritisch beäugen – wenn einem ein anderer „Schaden“ zufügt, IST DER DRAN!!! Nö, hab ich keine Lust. Ich empfehle den Herrn beim nächsten Mal an meine Kollegin – und wenn ihm das nicht paßt, soller woanders hingehen. Da fehlts mir vielleicht an „Professionalität“, aber wegen nem blauen Fleck so ein Faß aufzumachen, entbehrt jeglicher Logik. Ich würde verstehen, wenn ich ihm den Arm abgerissen hätte oder innere Blutungen zugefügt.. Naja, man steckt nicht drin – fakt ist für mich, das Verhältnis hat einen Knacks bekommen, ich komm einfach nicht mehr ran – und für mich gehört ein respektables Patienten-Therapeuten-Verhältnis als Grundlage dazu. Persönlich gerichtete Voreingenommenheit macht den ersten Schritt schon zunichte. Die Frage ist jetzt, ob ich mich einschüchtern lasse und in Zukunft bei jedem Patienten stundenlange Vorgespräche führen muß oder meine bisherige Schiene weiterfahren kann. Aber wer kennt nicht so anfällige Bereiche für Hämatome wie Deltoideusansatz, laterale Schulterblattbereiche oder Oberschenkelinnenseiten? An anderen Stellen hab ich meines Wissens noch keine Blutergüsse gesetzt. Mensch, ich ärgere mich trotzdem.
Hab schon überlegt, daß ich über jegliche Nebenwirkungen eine Liste verfasse, wie bei den Medikamenten – und fakt ist, es wird so gut wie keiner lesen. Und wenn, wird wohl auch keiner mehr zur Physiotherapie gehen……………. Technorati-Tags: , , ,

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