Wie auch anders sollte es sein, es waren einfach zu viele Varianten von Treff- und Startzeiten im Umlauf – hielten wir uns am Ende nun an keine einzige. Als Conny dann auch endlich die Papiere des Busses zur Hand hatte, konnte es nach einem Schlenkrich über Spremberg, wo wir den letzten Spieler abholten, auch endlich auf Kurs gehen. Conny, der Navigator, wollte uns scheinbar mit einer Deutschland-Rundfahrt überraschen und versuchte, uns über die A9 oder auch die A2 von der Umrundung Berlins in Richtung Rostock abzubringen. Mein erster Widerstand regte sich schon am Schönefelder Kreuz, als ich anbrachte, über die östliche A10 zu fahren, aber Conny sofort die 2 km kürzere Variante über die westliche Route für die bessere gehalten hatte. Vor jedem weiterem Dreieck wurde ausgerechnet in die 2. Reihe gefragt, in welche Richtung es gehen müsste. Eisi war Fahrer und Conny Beifahrer – wir hättens wissen müssen – das konnte nicht gut gehen! Kurz vorm Ziel machten wir noch einen unaufgeforderten Abstecher von der A20 auf einen Stauabschnitt der A10, damit wir auch mal einen Unfallausflug machen könnten – wer wolle denn so zeitig schon im Hotel sein?! Ach, was ich fast vergessen hätte – kurz nach Abfahrt (als ich nicht mehr aussteigen konnte) wurde mir eröffnet, dass es keine Einzelzimmer geben würde und ich mir aussuchen könnte, mit welchem der Männer ich das Zimmer teilen wollen würde. Dass es sich sogar um 3-Personen-Zimmer handelte, erfuhr ich erst vor Ort. Na gut, ich war ja schon hier – ich hätts wissen müssen. Die Hauptfrage war erstmal, wer von ihnen am wenigsten schnarchen würde und am Ende war klar, dass ich eine Couch für mich beanspruchen würde und am erträglichsten erschienen mir Eisi und Michel.
Die Zimmer wurden bezogen, ein kurzes Verschnaufen – wo? natürlich bei uns – und ab gings zum Abendbrot. Wir waren wohl die ersten und wurden in einem extra Raum „deponiert“, sorgten dank Jörg für hörbare Musik und bekamen somit auch als erste unser Essen. Dabei wurde klar, dass unser letzter Aufenthalt schon 2 Jahre her war – aber dieselbe Bedienung stand uns zur Verfügung. Die Frage, ob alles zu unserer Zufriedenheit wäre, beantwortete Martin mit einem charmanten: „Alles bestens, Mausi!“. Mittlerweile trafen auch die anderen Mannschaften samt Familienanhang ein. Weiterhin bekamen wir mit, dass das Turnier am Samstag schon! um 14.30 Uhr beginnen würde, da nicht viele Mannschaften aus verschiedenen Gründen antreten würden und am Vormittag ein Ausflug auf den Rostocker Weihnachtsmarkt geplant wäre. L Rübe schlief nach meinem Empfinden gleichzeitig mit mir sofort das Gesicht ein. Ehrlich; hätte ich das gewusst, hätte ich mich nach dieser ziemlich arbeitsintensiven Woche lieber zu einem Wochenende auf der Couch mit meinem Liebsten geworfen und rein gar nichts gemacht. So gern ich mit den Männern mal wieder wegfahre, aber für mich war es ärgerlich. Zumal wir uns eine Nacht hätten sparen können. Nun sind wir aber da und bleiben auch – und es wurde ja auch weiterhin für Unterhaltung gesorgt. Nachdem wir das Vergnügen hatten, einem professionellen Bardamenteam bei ihrer Arbeit zusehen zu dürfen, verging mir der Wunsch nach einem gemütlichen feuchtfröhlichen Zusammensein. Eigentlich konnte ich es kaum erwarten, wieder in unsere Junior-Suite zu kommen. Als das nach gefühlten 3 Stunden zustande kam, traf sich der Haufen im Zimmer mit den größten Getränkereserven – dreimal könnt Ihr raten, bei wem das nun war. Michels Mon Cheri-Packung wurde - begleitet mit seinem sehr selbstlosen Blick – von Hand zu Hand gegeben und dankbar angenommen. Nun war es ja unvermeidlich, dass Conny zu dem Punkt kommen sollte, seine Rede zu halten – irgendwann müssen wir ja durch, und je eher, desto besser! Hm.. Wer auch immer den Fernseher einschaltete, verzögerte diese langersehnte Wortgewalt. Wahrscheinlich war es Conny selbst – vermute ich. Er brauchte sicher noch einige Zeit, um sich für uns (wie reizend) eine besonders kurze Variante zu schenken. Nicht lange darauf regte sich Conny und äußerte ziemlich resigniert, dass er nichts davon gewußt hätte, dass das Turnier erst so spät losgehen sollte und es ihm leidtäte, weil wir uns eine Nacht hätten sparen können. Am Ende nützt die ganze Jammerei nichts und wir beschlossen, das beste draus zu machen. Jeder sollte sich überlegen, ob wir nun den Ausflug zum Weihnachtsmarkt begleiten wollten oder uns mal das berüchtigte Karl`s Erlebnis-Dorf ansehen wollten.
Hin oder her, wir einigten uns am nächsten Morgen recht schnell auf Karl`s und düsten nach dem Frühstück los nach Rövershagen. Auf dem Parkplatz hielt praktisch neben uns ein Bus von einem Weißwasseraner Reiseunternehmen – man ist auch wirklich nirgendwo mehr fremd! In der riesigen Scheune verlief sich die Truppe nach und nach in allen Richtungen. Ich kann für mich sagen, dass ich von der Art der Warenpräsentation mehr begeistert war als von den Waren selbst. Die alten Holzkähne, -schränke, Öfen undundund waren für mich einfach toll – solche Sachen hätt ich lieber eingepackt als dem ganzen Krempel und Kram, um den sich so viele Leute tummelten und einpackten.. Eine riesige Geldmaschine hat dort jemand losgetreten. Toll war natürlich der Tummelplatz für die Kinder und der Indoor-Kletterpark – was wäre aus uns geworden, hätten wir solche Möglichkeiten gehabt?! Wahrscheinlich genau so undankbare nörgelnde Zwerge, wie sie teilweise zu sehen waren. Aber dank der schönen Kreativecken, Eisbahn, Bonbon-Manufaktur war man von denen schnell wieder abgelenkt und beeindruckt. Wie man auf die Idee kam, sämliche Außenwände mit Regalen zu bestücken und alles mit Kannen zu versehen, ist mir schleierhaft. Was dort für Zeit investiert wurde… Mein Kaufwunsch wurde erst geweckt, als ich alte Emailleschüsseln und andere Küchenutensilien aus Omas Zeiten fand – ich widerstand dem aber. Bei einem wunderschönen Drachen zum steigenlassen (ich selbst bin zu schwer und die Schwie-Mu zu wenig drachenhaft) konnte ich aber nicht anders, der musste als Mitbringsel für die Kinder mit. Die Männer fand ich natürlich an einer Tankstelle, wo verschiedene Hausweine ausprobiert werden konnten – es waren aber nur Finkennäpfe für wenig Volumen vorhanden. Geht ja auch nicht, spielen musste ja auch noch eingeplant werden.. Die Überreizung durch zuviel Kaufzwang setzte dann auch ein und wir verließen dem Frauentempel in Richtung eigentliches Dorf, in dem Spiele en masse warteten. Eine Ziegenklingel, die letztendlich nicht zum Erfolg führte und nicht eine Ziege auf die angeblich zu besteigende Brücke kam, frustrierte uns. Jörg und Eisi probierten gleich eine Turmrutsche aus, um etwas Energie abzulenken – weg von mir, weil ich den Vorschlag mit der Ziegenklingel gemacht hatte. Puh. Als nächstes packte wohl doch der Herdentrieb nach den Jungs mit den blauen Jacken. Wir schnappten uns für die Kartoffelsackrutsche ein entsprechendes Hilfsmittel und trampelten lautstark die Holztreppe hoch, damit sich auch wirklich ein paar aufmerksame Zuschauer einfanden, die den Wellenrutschenritt mitansehen wollten. Ich wäre ja gern nocheinmal.. Naja.. Aber die Ausflugszeit näherte sich dem Ende, so konnten wir noch einen fixen Blick in den Kinderbauernhof werfen, eine Kleinigkeit Nahrhaftes zu uns nehmen oder mit ein paar Spatzen teilen und dann ging es wieder in die Unterkunft zur mentalen Vorbereitung auf die Spiele. Jörgs Lehrenthusiasmus verhinderte leider genau das, weil er alle paar Minuten ins Zimmer stürmte und Matzel einen Computerlehrgang verpassen wollte – was dieser mit Schimpf und Mecker einfach nicht zulassen wollte. Ein paar wenige Minuten blieben wir noch in einem Trance-Zustand, der aber leider mehr auf Erschöpfung und Müdigkeit zurückzuführen war als mit Spielvorbereitung bezeichnet werden konnte.
Es war nicht zu ändern, um 14 Uhr sollten wir in der Halle sein und machten uns rechtzeitig (Conny natürlich mit dem Bus – alle anderen zum Aufwärmen zu Fuß) auf die Strümpfe, so daß wir zur kurzen Eröffnung durch Rüdiger Lau und Siegfried Gensich zum Turnier umgezogen antreten konnten. Ich verbitte mir nun jegliche Kritik an meiner inkompetenten Spieldarstellung – ich kann es nur mit meinen Worten beschreiben:
- Vogtland Team 1 : Vogtland Team 2: 2:2
- Wölfe Weißwasser : Obotrit Bargeshagen: 3:2
- FSV Bentwisch : Vogtland Team 1: 5:0
- Vogtland Team 2 : Obotrit Bargeshagen: 4:4
- Vogtland Team 1 : Wölfe Weißwasser: 1:4
- Obotrit Bargeshagen : FSV Bentwisch: 3:1
- Vogtland Team 2 : Wölfe Weißwasser: 2:2
- Obotrit Bargeshagen : Vogtland Team 1: 6:2
- FSV Bentwisch : Wölfe Weißwasser: 4:2
- Vogtland Team 2 : FSV Bentwisch: 3:11
zu 2.) Nach mehreren Torchancen, die dem gegnerischen Tor einen Schnupfen hätten verpassen können, bekamen die Wölfe ähnliches vor dem eigenen Tor vorgespielt, aber Eisi konnte verhindern, dass das erste Tor auf unserer Seite fiel – dafür steckten beide in der 5. Minute jeweils eins ein. Martin lieferte die Torpremiere. Schon 2 Minuten später konnten die Bargeshagener ein weiteres Tor für sich verbuchen und weckten wiederum die Wölfe, die nach einem schnellen Zuspiel von Matzel zu Rübe den Ausgleich zum 2:2 schafften. Ein 2. Ball im Spiel durch eine schwache Schiedsrichterhand verwirrte scheinbar nicht nur mich und verhinderte ein weiteren Torpunkt für Bargeshagen. Rübes folgenden Eckball blockten die Gegner sehr gekonnt. Jörg verhindert eine Torchance der Bargeshagener durch einen schicken Heber aus der Bauchsturzlage – und weil Connys Finger sich nicht zurückhalten konnten, gabs einen Freistoß für die gegenerische Mannschaft – gottseidank nicht umgesetzt! Die Trickspielqualitäten dieses Teams sind doch wirklich beeindruckend, doch Matzel konnte ein solches stören und nimmt den Ball an sich – und spielt Jörg zu, der ihn zum 3:2 umwandelt!!! Noch einmal konnte Eisi sein Können zeigen und hielt einen knallharten Schlußball – Abpfiff! Juhu!
Ich glaub, gerade trifft mich der Schlag – Conny marschiert sofort zum nächsten Spiel ins Vogtlandteam und spielt als Ersatzspieler mit – reicht wohl nicht, bei uns aufm Siegerfoto zu sein?! So eine treulose Tomate – wir haben nur 2 Wechselspieler! Bei der nächsten Waden- und Adduktorenmassage setz ich dem ne Ansatztendinose – also so was! Naja, das Vogtlandteam hat verloren – vielleicht sollten wir Conny bei jedem Gegner einsetzen…… harhar..
Vogtland Team 1 : Wölfe Weißwasser
Nach einer Beinah-Kinnbremse von Matzel ging das Spiel recht langsam los. Conny verschießt die 3. Torchance. Tor durch Martin – 2. Tor für die Wölfe durch Rübe in der 4. Minute.. Andreas legt sich und hebt den Ball noch weg. Fein gemacht. Rübe passt Einwurf erneut ins Aus. Andreas spielt Martin an, bekommt zurück und Andreas rollt den Ball ins gegnerische Tor.. Das Spiel findet vornehmlich vor dem gegnerischen Tor statt, was mir kaum Möglichkeit bot, Bilder zu machen. Die 10. Minute bot Rübe eine Chance, die leider ungenutzt verstrich. 3:1 für das Vogtland Team in der 11. Minute. In der 13. Minute gabs für die Wölfe wiederum ein Tor durch Conny! Es steht 4:1 für die Wölfe.. Eisi hält einen Ball, der nach dem Abpfiff noch ins Tor fällt.. Abpfiff und 1 Spiel Pause – und Bentwisch will Conny leider nicht haben.
Vogtland Team 2 : Wölfe Weißwasser
2. Minute – Conny spielt den Ball durch ins Tor. 3. Minute – nächstes Tor durch Rübe. Eckball für Vogtland bleibt ohne Tor. Ein recht ruhiges Spiel in den ersten 5 min, aber mit dem einzigen Tor für den Gegner. Eisi bekommt seine nächste Möglichkeit, seine gute Abwehr zu zeigen, und Jörg mischt fleißig mit bei den Angriffen durch den Stürmer des Vogtlandvertreters mit der Nummer 2. Wir mir scheint, werden die Herren langsam müde – oder sie sparen ihre Kräfte für ihre letzte Runde. Durch einen Fehler des gegnerischen Tormanns zählte das kassierte Tor nicht – eine neue Regel, die Eisi erst ärgerte, aber in diesem Fall uns zugute kam. Der Tormann darf nicht über die Mittellinie spielen. Dafür bekamen die Vogtländer das nächste Tor in der 13. Minute durch ein herrliches Zusammenspiel reingehauen. Im Gegensatz dazu nutzten die Wölfe ihre Chancen nun aber in der nächsten Minute nicht und blieben torlos. Die letzte Minute br ach an und die Wölfe hielten sich in der gegnerischen Hälfte auf, konnten aber diese Position nicht lange halten.. Zum Abpfiff blieben die beiden Kontrahenten an der Mittellinie stehen.
Und schon ist Conny wieder für das Vogtlandteam 1 da, die Bargeshagen nichts entgegenzusetzen haben.
FSV Bentwisch : Wölfe Weißwasser
Sollten wir einen Gleichstand schaffen, siehts gut für uns aus.. Na schauen wir mal.. Nachdem wir beim letzten Mal vor 2 Jahren in unserem besten Spiel damals gezeigt haben, dass wir durchaus wehrhaft sind und Bentwisch nur knapp 5:4 gewann, werden sie uns nicht mehr unterschätzen. Ich hoffe, das geschieht zu recht, nachdem der heutige Tag doch ziemlich gut bewältigt wurde – bzw. lief er einfach schlecht für die anderen.
Jedenfalls schlichen sich beide vorsichtig an, aber in der 2. Minute legte Bentwisch ein tolles Tor ein. Conny verballerte Energie in ein Tor, dass mindestens 3mal höher sein müsste. Jörgs Torchance in der 5. Minute verstrich ungenutzt. Connys Versuch, die Nummer 7 zu halten, kam nicht durch und Bentwisch kam zu seinem 2. Tor. Aber auch Bentwisch ließ eine sehr schöne Chance sausen und musste sich unverrichteterdinge zurückziehen. Dafür erzielten die Wölfe endlich ihr erstes Tor, mussten aber sofort wieder ein sehr gut eingespieltes Tor einstecken. Eisi kam auch wieder zu Ehren, verhinderte wieder einmal die Netzberührung des Balles. Aber die Bentwischer bekamen gleich wieder die Möglichkeit und griffen zu. Den Gleichstand können wir schon mal vergessen, denk ich. Die Jungs müssten sich in ihrer Taktik potenzieren, um dem standzuhalten. Rübe tänzelte durch den gegnerischen Torraum, dass es eine Freude war, ihm zuzusehen, konnte aber nichts ausrichten. Und wieder konnte Eisi eingreifen – meine Güte, was für ein Hin-und-Her.. Martin stürzte sich auf den gegnerischen Tormann, der uns vor 2 Jahren seine Kräfte lieh, weil wir nicht genug Spieler hatten – und blieb auf dem Feld. Nun aber konnte Jörg in der letzten Minute noch einmal ein Tor für unsere Mannschaft holen und brachte ein schnelles Tor zustande. Werden die Bentwischer noch etwas schaffen? Nicht mit Eisi – er verhinderte ein 5:2. Puh.. Abpfiff..
Das bedeutet für uns den 3. Platz. Jaaa, die Jungs sind nicht zufrieden damit, aber ich freu mich darüber. Gegen Bentwisch zu verlieren muß man nicht als Schande empfinden, aber was kann ich gegen so einen Fußballerstolz sagen? Wenn ich sehe, wie das Vogtlandteam 2 von Bentwisch auseinandergenommen wurde, bin ich doch begeistert, was wir geleistet haben – zumal Bentwisch 2 Spiele hintereinander praktisch ohne Pause gespielt hat und eigentlich erschöpft sein müsste – dazu 3 Auswechselspieler, derer wir nur 2 hatten.. Für mich also ein Grund mehr zu sagen, dass wir ein für meine Begriffe recht gutes Turnier bestritten haben.
Nach einem schönen Bierchen in der Hallenbar mussten die Männer plötzlich wegen Schließung der Turnhalle im Laufschritt ihrer Körperpflege widmen und im Laufschritt am Auto antreten. Ich hatte auch noch fix Zeit, mich zu einer Tischdame für die Herren zu mausern und pünktlich 19 Uhr saßen wir am selben Tisch wie vor 2 Jahren. Es wurde durch die Hauptveranstalter Siegfried Gensich und Mario Kautzsch noch kurz angesagt, was im nächsten Jahr an Alte-Herren-Turnieren zu erwarten sei, unter anderem im Januar das EOFS-Wernesgrüner-Turnier im Vogtland, eine Woche Vancouver, eine weitere in Kuba und schlußendlich ein geplanter Höhepunkt in Weißwasser, zu dem natürlich die EOFS-Truppe, Bentwisch, die Mannschaft des Malmö FF und natürlich noch einige andere erwartet werden. Näheres wollte Conny nach seinen Vorrednern nicht mehr vorbringen, denn wir hörten die kürzeste Rede seit langem im Sinne: Es gibt nicht mehr viel dazu zu sagen, die Wölfe haben Hunger. Oder so ähnlich. Das Buffet wurde also eröffnet, gestürmt und leergefegt. Eigentlich wäre nun Zeit, die Segel zu streichen und der Müdigkeit nachzugeben. Aber es wurde für Musik gesorgt und wer wird denn jetzt schon den Abend beenden? Na wir nicht. Ein Spielchen, bei dem die Torkönige der jeweiligen Mannschaften antreten mussten, was in unserem Fall Martin war, verlangte von den Teilnehmern, einen kleinen Ball, befestigt an einem Schnürchen, in einen Eierbecher zu bugsieren. Martin legte 2 Versuche vor und wurde nur vom Bentwischer Torschützenkönig mit einem Versuch geschlagen – wir verraten ja nicht, dass er das schon regelmäßig machen musste und diese Leistung kein spontaner Glücksfall war. Also: Martin hat gewonnen! Aber er zeigte weiterhin ein Können, dass man nicht erwartet hatte – also ich gebe zu, ich war baff. So eine kleine Tanzmaus! Er twistete, walzerte (ich habs total vergeigt, als Rübe es mit mir versuchen wollte), foxtrottete und nicht zuletzt legte er noch eine flotte Sohle mit einem Stuhl hin samt Stuhlpirouette! Die meisten Tänze legte ich mit Matzel hin – bis die Knie fast schlotterten. Conny sammelte sich mit mehr als 3 weißen Tauben in Form von anderen Spieler mit dem auf einem Stuhl feiernden und singenden EAV-Bargeshagener und alle schlugen mit ihren Flügeln, bis allen der Schweiß auf der Stirn stand. Erwähnenswert war auf jeden Fall noch ein spontaner Auftritt eines Herren, der mit seiner schwedischen Reisegruppe gerade im Hotel zum Abendessen saß und sich für eine Weile zum King selbst entpuppte und einige Elvis-Presley-Lieder erstaunlich gut zum besten gab. Hierbei still auf den Stühlen sitzen bleiben zu können, wäre nur mit einer zentralen Lähmung erklärbar gewesen – überall waren zappelnde Knie und klatschende Hände zu sehen und zu hören. Halt! Das Wichtigste hätte ich fast vergessen – also wenn schon peinlich, dann richtig! Eisi hatte sich ja zwischendurch wegen akuter Müdigkeit von unserem Tisch entfernt und hielt sich lieber im Zimmer auf und guckte Fernsehen. Auf einmal kam Jörg aus der Sargnagel-Ecke an den Tisch und meinte, Eisi in Slip am Hoteltresen gesehen zu haben. Leider hat das mein Fotoapparat verpaßt – aber erstaunlicherweise erschien er relativ wenige Minuten später geschniegelt und gestriegelt am Tisch zurück und meinte, er wäre nun nicht mehr müde, nachdem er barfuß und fast nackt das Hotelgelände 2mal durchquert hätte. Na das Gelächter kann sich jeder vorstellen! Wir wurden letztendlich regelrecht aus dem Sall gekehrt – na gut, unser Zimmer war einige Minuten schneller als die anderen und lag dementsprechend im Bett, als die Vandalen nebenan eintrafen und meinten, sie müssten sich noch einen Absacker bei uns holen. Da half keine Ignoranz und keine Mäuschenstille – mit Flötentönen und wüsten Drohungen artikulierten sich die Herren vor der Tür und liessen sich nicht abwimmeln. Als Eisi sich beschwerte, warum er denn immer aufstehen müsse, war Matzels Antwort kurz und klar: ICH SCHLAFE!
Naja, logisch! Erst dann konnten wir uns unserem wohlverdienten Schlaf hingeben, insofern das bei dem Sturm und seinem Gepfeife überhaupt möglich war.
Früh wurde ich sanft geweckt von einem Meckern und wahrzunehmenden Gehaue, Protestgeschrei und ähnlichen verschwommenen Geräuschen. Es stellte sich raus, dass ich geschnarcht hatte und Eisi von Matzel dafür Kloppe bekam, was er sich natürlich nicht gefallen lassen wollte. Och, soll ich das etwa einstecken, wo ich mich doch wenigstens äußerlich einigermaßen als Tischdame aufgeführt habe? Das Frühstück verlief dann recht ruhig, die Einpackerei auch und so kam Chaos-Conny wieder ans Steuer, was unterwegs natürlich wieder zu Diskussionen und Einwürfen führte – wir waren und einig, dass wir irgendwann mal über Mallorca in nördliche Regionen fahren müssten. Conny wäre spitze darin, Ziele weiträumig einzukreisen und dann sauber zu tangieren, bis er dann schlußendlich mit einigen Zaunpfahlwinkereien seiner Mitfahrer am gewünschten Ort einschlagen würde. Das Wochenende hatte wohl doch seine Spuren hinterlassen und so wechselten Conny auf den Beifahrersitz und Martin drehte am Rad. Ihm musste zwar noch erklärt werden, wo man auch in höhere Gänge käme, aber ansonsten machten wir einfach die Augen zu und beteten. Und Gott half uns auf den richtigen Weg und heil nach Hause… Naja, mit ein wenig Übertreibung gehts doch immer bei uns…..