Ja, nun haben wir den Einführungskurs in die Osteopathie zusammen mit Jule gemacht und für mich steht definitiv fest, daß dies mein Weg sein wird. Der Weg dahin war ja recht kompliziert, auch wenn der Start recht locker verlief, aber n voller Arbeitstag bis 19 Uhr ist schon heftig, wenn man noch vorhat, 350 km abzureißen. Dank des wichtigsten Mannes der Welt, dem Herr Obama, der ja Do Sachsen besuchte, durften wir schon an der Ausfahrt Hermsdorf die Autobahn verlassen – alles gesperrt bis zum Dreieck Dresden.. Na toll. Jule würde jetz rechts ranfahren, die Warnblinkanlage anmachen, Arme hochreißen und sagen: „Ich bin raus!“ Es war aber auch schlimm, LKWs, Busse, ohne Ende PKWs wollten nun auf die B97 – es war kaum ein rauskommen. Die Polizisten haben nur die Spuren gesperrt, rausgewinkt ohne viel Kommentar und einer, der an der entsprechenenden Kreuzung rumstand, ermöglichte uns endlich, als ich schon entnervt aussteigen wollte, auf die Bundesstraße zu kommen – der hatte nur Schiß. *fg Jedenfalls gings dann in endloser Kolonne auf die Suche nach ner möglichen neuen Auffahrt. Wir schlängelten und bis.. ach, weiß das Nest nicht mehr.. und folgten einem scheinbar ortskundigen Reisebus in eine Seitenstraße, blieben aber nach einigen hundert Metern an einer Einfahrt stehen, um das A3-Navigationssystem rauszuholen – meinen ADAC-Atlas. Ein weiteres Auto hielt an und der Fahrer kam auf mich zu – ich meinte nur: „Fragen Sie mich bloß nicht, wo wir langmüssen!“ – Was machter? Genau das – er müsse auf die A4 und wohnte an der belgischen Grenze, da müsse er ja auch wieder hin. Wenn wir einverstanden wären, würde er uns nach unserer Routenplanung einfach folgen. Na klar – folge uns in die Irre.. Auf jeden Fall kamen wir auf ne sehr schmale Straße – wie ist da der Bus durchgekommen? – und noch wenige Augenblicke später war da eine Autobahnauffahrt, auf der in beiden Richtungen Verkehr wahrzunehmen war.. Coooool.
Sind wir natürlich draufgefahren und – gugg an – wir kamen über das Dreieck.. Ich versuch auch gar nicht, das weiter nachzuvollziehen, weil gesagt wurde (auch im Radio oder so), daß das Dreieck komplett zu wäre. Egal, wir konnten uns wieder dem Gedanken nähern, irgendwann in der Nacht in unserem Bettchen in der Pension anzukommen – wir riefen die Vermieterin gegen 22 Uhr an, daß wir unterwegs waren und definitiv empfangen werden wöllten. Sie beruhigte uns, drohte aber, mit dem Bademantel an der Tür zu erscheinen – wir sind nicht zu schocken, sind schon hartes gewöhnt.
Kurz hinter Dresden sahen wir ja schon von weitem wieder Blaulicht, das uns aber irgendwie nicht näherzukommen schien – nach einiger Zeit war auch klar, warum. Es war ne Kolonne von Polizeibussen (teilweise von anno domini), in der der letzte und der erste Wagen mit Warnlicht fuhren. Die Kolonne hielt sich jedenfalls auf der 2. Spur und ich hetzte mit durchschnittlich 20km/h mehr als die Herrschaften an der Staatsgewaltenschlange vorbei – meine Güte, ca. 40 dieser Autos in einer Reihe erschrecken schon ein wenig und erschien endlos. Mir ging durch den Kopf, was wäre, wenn jetzt n Unfall passierte – sooo schnell waren die Uniformierten sicher noch nie in so einem Haufen am Ort des Geschehens.
Um ca. 0.45 Uhr erreichten wir das Ziel unserer Reise und wurden auch sofort in unsere Gemächer geführt, ließen nur noch alles fallen, wärmten uns unter der Dusche auf und ich ließ mich zum ersten Mal in meinem Leben auf ein Glas Prosecco einladen. Ich hab das Zeugs noch nie vorher eingeflößt bekommen – für mich ists halt Sekt oder sowas ähnliches.. nen Bier wär besser gewesen. Der Kopf schlug jedenfalls kaum auf dem Kissen ein, da waren wir praktisch weg, auch wenns n recht unruhiger Schlaf war.
Jule stand wie immer ne Stunde vor mir auf, um sich auch gut auf den Tag vorzubereiten – als ich mich sehr widerwillig aufraffte, war der Frühstückstisch und Kaffee schon fast fertig, ui, das ist aber fein.. Aber gut, daß wir Brot und Brötchen mitgebracht haben. Schnitten hat mir Mutti zum Teil auch geschmiert und was gesundes mit Vitaminen und so eingepackt – hach, Jule, der nächste Kurs läuft auch mit Dir.
Auf jeden Fall fanden wir die Ausbildungsstätte sehr schnell und als wir auf den Hof kamen, stand da mein Dozent von der Manuellen und grinste mich an. Wir unterhielten uns kurz über die Motivation für diesen Kurs und er fand es toll – jedenfall war er als Co-Dozent in diesem Kurs dabei. Na wenn das nich gut ist.
Und ich muß sagen, schon die einführenden Worte des Hauptdozenten haben mir gezeigt, daß meine bisherige Einstellung zu meiner Arbeit adäquat zu dieser Schiene paßt. Hauptsache es bleibt dabei. Jedenfalls gab es Einblicke in diesen Tagen in 3 Richtungen der Osteopathie – parietale, viscerale, cranio-sakrale – mit natürlich praktischen Übungen, um Palpationsvermögen zu testen und bereits gelerntes aus der Manuellen passend umzusetzen bzw. die vollkommene Verwirrung zu stiften, weil halt in der Osteopathie einiges einfach nen anderen Namen für dieselben Sachen aus der MT bekommt. Es gab natürlich auch viel neues und sehr eindrucksvolles. Ich hab mir, ehrlich gesagt, vor allem versprochen, die diagnostischen Methoden am sinnigsten nutzen zu wollen, aber auch die therapeutischen – sehr sanften (wie ich *lol*) – sprachen allesamt für sich. Aber der vollkommene Überzeugungsmoment kam erst am Montag. Dazu vielleicht später mehr.
Auf jeden Fall ging der Tag rasend schnell vorbei, begann mit ner allgemeinen Befundaufnahme, die in den einzelnen Gruppen (öhm – jedenfalls unserer – die anderen haben wir gar nicht wirklich wahrgenommen) realisiert wurde und endete mit vielen neuen Informationen, gut aufgearbeitet und vermittelt. Die Abende wurden Freitag für nen sehr angenehmen Verwandtschaftsbesuch und am Samstag für ein Stadtrundrennen (aufgrund des schlechten Wetters) genutzt. Aber man muß schon sagen, die Innenstadt ist ein Kleinod, wie unser Lieblingsdozent so treffend und schön formulierte. Kurz vorm schlafengehen war natürlich schon wieder Zeit zum packen – meine Güte, daß interessantes immer so schnell vergehen muß – und wir fielen kaputt in die Kissen.
Am letzten Tag war deutlich zu merken, daß der massige Input die Aufmerksamkeit rapide abnehmen ließ – bei allen Teilnehmern. Aber erstaunlich, wie schnell die Hände taktile Reize lernen können – jedenfalls ging es uns beiden so. Und zum Abschluß erwarteten die Dozenten von den Teilnehmern in sich zu gehen und sich zu überlegen, ob die nachfolgenden Kurse belegt werden wollten oder nicht. Definitiv ist dieser Abschluß Berufung – innere Ruhe des Therapeuten ist eine Grundvoraussetzung für eine wahrhaftig gute Therapieeinheit. Auf jeden Fall sind wir uns einig – unser offensichtlichstes Symptom ist Gier nach mehr. Wir können es gar nicht mehr erwarten, den nächsten Kurs zu belegen – wenn es der Kontostand zuläßt….
Mein Gott, Ihr beiden Süßen bekommt vom Rumziehen wohl nie genug? Da wirds wohl Zeit das Euch die Wölfe wieder mal auf Tour mitschleppen.
Na Rolfi, dann kümmer Dich ma schnell um eine solche Fahrt, weil unser Geldbeutel das nicht lange aushält – den nächsten Teilkurs haben wir heut gebucht – der ist in 3 Wochen. *lol* Ich glaub, ich hör auf mit essen, damit die Kinder wenigstens satt werden.
Wenn ich mir die Prüfungsfragen für die Osteopathieausbildung anschaue (IAO) da wird mir ganz schwindelig.
Nicht weil die so kompliziert ist nein sondern weil:
Soviel unnützes Zeug dabei ist, was am Patienten einfach keinen Sinn macht.
Vereinfacht ein Auszug:
Durch welche Faszie geht der Samenstrang??
Aha…
zählen jetzt auch impotente Männer zum Patientenstamm??
Physioblogger